Pförring, Unterfeld - Chamer Gruppe
Seit einigen Jahren finden in der Gemeinde Pförring regelmäßig archäologische Untersuchungen
statt, wie jüngst auch im Baugebiet Unterfeld. Als Sensation kann dabei die Aufdeckung eines
Hausgrundrisses der Jungsteinzeit gelten.
Anhand einer Serie von Pfostengruben konnte ein zweischiffiges Langhaus konstruiert werden,
welches in typisch jungsteinzeitlicher Manier nordwest-südost ausgerichtet erbaut wurde.
Entlang der Außenwände fanden sich Materialentnahmegruben aus denen der Lehm für den
Wandbewurf gewonnen wurde. Die Gruben wurden später mit Kulturschutt aufgefüllt und lieferten
Keramik der spätjungsteinzeitlichen sog. Chamer Gruppe.
Möglicherweise gehören auch zwei Backöfen dazu, von denen sich die Schürgrube und die einst
von einer Kuppel überwölbte Tenne erhalten haben.
Der Hausgrundriss von Pförring ist bayernweit der erste Nachweis eines in jungsteinzeitlicher
Tradition stehenden Bauwerks der Chamer Gruppe. Es stammt aus der Zeit um 3000 v.Chr., also
vor der Wende des 4. zum 3. vorchristlichen Jahrtausends. Der Grundriss ist ca. 26 m lang und
maximal etwa 7 m breit. Damit entspricht es einer Tradition, die bereits zu Beginn der Jungsteinzeit
einsetzt und bis in die frühe Bronzezeit nachweisbar ist.
Dem Bauherrn sei für das große Verständnis und seine bereitwillige Förderung der Maßnahme
besonders gedankt.
s.a.: Neolithikum
Text und Gestaltung K.H. Rieder, A. Wegener-Hüssen, J. Weinig - - Foto/Scanvorlage G. Welker - - HTML-Satz K. Scheuerer
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