Ein Doppelgrab aus der Zeit der älteren Schnurkeramik (ca. 2700 v. Chr.)
Bei Erschließungsarbeiten im Baugebiet "Kreppenäcker" wurde überraschend ein Doppelgrab der
Schnurkeramik entdeckt. Eine Frau und ein Mann sind in gehockter Stellung, die Beine ineinander
verschränkt, ins Grab gelegt worden, wobei die Frau mit dem Kopf nach Westen, Blick nach Süden
und der Mann mit dem Kopf nach Osten, Blick nach Süden orientiert sind.
Die Frau hatte einen kleinen Steindolch oder ein zweischneidiges Messer und eine Steinklinge sowie
einen verzierten Becher als Beigabe. Der Mann war überaus reich ausgestattet. Neben einem
Silexdolch am linken Oberarm und einem "Feuerzeug" in Form einer Steinklinge und einer
Markasitknolle (ein schwefelhaltiges Eisenmineral FeS2) waren ihm drei Steinbeile und ein ebenfalls
verzierter Becher ins Grab gelegt worden.
Als herausragende Beigabe kann der Inhalt eines ursprünglich wohl ledernen Beutels angesehen
werden, in welchem sich die Werkzeuge zur Herstellung von Steingeräten befanden. Neben vier
Druckstäben aus Hirschgeweih und einem Knochenmeisel fanden sich Eberzähne, insgesamt sieben
Pfeilspitzen, ein Schleifstein und mehr als 50 Absplisse, die als Retuschierabfälle anzusehen sind.
Es ist geplant, den ca. 4700 Jahren alten Grabfund zukünftig im Rathaus der Gemeinde Gaimers-
heim auszustellen.
Text und Gestaltung K.H. Rieder, A. Wegener-Hüssen, J. Weinig - - Foto/Scanvorlage G. Welker - - HTML-Satz K. Scheuerer
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