Archäologie
Dez. 1998
No. 22
Aktuell
Entdeckungen und neue Funde aus der Region Ingolstadt
Der Feuerbock von Buxheim, Lkr. Eichstätt
Baugebiet 13 “Am Hitzhofener Weg”
Im Bereich des neuen Wohnbaugebietes
auf dem “Aschbuck” in Buxheim wurden
die zu bebauenden Grundstücke vorab
archäologisch untersucht.
Der bemerkenswerteste Befund war eine
mehrperiodige, neolitische Befestigungs-
anlage mit mannstief erhaltenen Gräben.
Es wurden aber auch Befunde anderer
Zeitepochen aufgedeckt, darunter ein
Gräberfeld der Glockenbecherkultur und Belege der Urnenfelderzeit.
Aus dieser Zeit sind die Reste einer Siedlung mit verstreut gelegenen Häusern überliefert.
Bei der Untersuchung einer Abfallgrube dieser Siedlung wurden neben anderen Funden die
Fragmente eines sog. Feuerbocks geborgen. Der ca. 28 cm lange, 14 cm hohe und 8,5 cm breite
Feuerbock besitzt zwei zipfelförmige Enden und eine längliche, leicht ausgestellte Standfläche. Auf
einer Seite ist er mit sechs parallelen Riefen verziert.
Feuerböcke, die aufgrund ihrer Sichelform auch Mondidole genannt werden, sind typisch für die
Urnenfelderzeit. Die meisten Stücke stammen aus Siedlungsgrabungen, nur selten werden sie auch in
Gräbern gefunden. Ihre genaue Funktion ist bis heute nicht klar.
Entgegen ihrem Namen scheinen sie nicht als einfache Feuerböcke gedient zu haben, denn sie
weisen in der Regel keine Brandspuren auf. Da sie gelegentlich auch in ausschließlich rituell ge-
nutzten Höhlen vorhanden sind, dürften sie dem kultischen Bereich zuzurechnen sein.
So zeigt das Buxheimer Exemplar an, daß in dieser Siedlung wahrscheinlich auch religiöse Hand-
lungen stattgefunden haben.
Siehe auch:
Feuerböcke
(Link)
Text und Gestaltung K.H. Rieder, A. Wegener-Hüssen, J. Weinig - - Foto/Scanvorlage G. Welker - - HTML-Satz K. Scheuerer
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Kurt Scheuerer
, Ingolstadt