Archäologie März 1999
No. 23
Aktuell
Entdeckungen und neue Funde aus der Region Ingolstadt


Ein schnurkeramischer Becher aus Eitensheim, Landkreis Eichstätt,
Umgehung B 13

schnurkeramischer Becher. M. ca. 0,7:1
Die Epoche der Schnurkeramik wird heute in die erste
Hälfte des 3. Jahrtausends v. Chr. datiert.
Sie gehört zu denjenigen Kulturstufen, aus denen bislang
bayernweit nur sporadisch Fundkomplexe bekannt
geworden sind. Unsere Kenntnisse beruhen weitgehend
auf Gräbern, die häufig reich mit Beigaben ausgestattet
sind. Zu den üblichen Ausstattungsgegenständen gehören
unter anderem Steindolche, geschliffene Steinbeile,
Pfeilspitzen und charakteristische Keramikgefäße.

Es zählt nach wie vor zu den großen Seltenheiten,
Siedlungsstellen der Schnurkeramik zu entdecken,
geschweige denn, sie auszugraben.
So sind es meist nur einzelne Scherben, die als
Lesefunde Anhaltspunkte auf Siedlungsplätze liefern.

Umgehung Eitensheim. Grafik: Pro Arch
Nach wie vor kennt man keine Hausgrundrisse oder repräsentative
Querschnitte der Siedlungskeramik und der Steingeräteinventare.

Ein erfreuliches Ergebnis erbrachten die ersten Untersuchungen
auf der Umgehung Eitensheim der B 13, wo in einer Siedlungsgrube
der Schnurkeramik ein vollständiger, verzierter Becher gefunden
werden konnte.
Das inzwischen restaurierte Exemplar läßt sich formtypologisch
mit den erst jüngst entdeckten Grabbeigaben von Gaimersheim
vergleichen, wenngleich der Verzierungsstil außergewöhnlich ist.

Als Einzelfund, den der Becher bislang darstellt, bleibt zu hoffen,
daß sich im Umfeld der Fundstelle vielleicht noch Bau- und
Siedlungsstrukturen zu erkennen geben, die unser spärliches Wissen
um diese Epoche am Ende der Jungsteinzeit weiter erhellen.

            Text und Gestaltung K.H. Rieder, A. Wegener-Hüssen, J. Weinig - - Foto/Scanvorlage G. Welker - - HTML-Satz K. Scheuerer
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